Der Chemiker sieht in einem Grundwasserleiter ("Aquifer") nicht so sehr ein durchströmtes Medium mit einer bestimmten Porosität, sondern in erster Linie eine Ansammlung von Materie mit einer bestimmten Masse und bestimmten chemischen Eigenschaften. Dass es sich lohnt, über einen Grundwasserleiter als Chemiker nachzudenken, soll die folgende Modellrechnung zeigen: Der Grundwasserleiter Fuhrberger Feld hat eine Fläche von 300 km2 und eine mittlere Tiefe von ungefähr 25 m. Bei einer Schüttdichte von 1,7 t/m3 resultiert eine Gesamtmasse von 13 Milliarden Tonnen. Wenn man nun annimmt, dass der Grundwasserleiter eine bestimmte Substanz in einer Konzentration von "nur" 0,1 Prozent enthält, so hat man es mit einer Substanzmasse von 13 Millionen Tonnen zu tun, über die man im ungünstigen Falle nicht das Geringste weiß.