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AutoreninfoRundschreiben der Kooperation der Landwirtschaft,Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft im Fuhrberger Feld

Rundschreiben Nr. 4/ 2003

Vom 28..05. 2003

Inhalt

1. Praxisversuche im Forst

2. Späte Nmin- Beprobung 2003

3. Förderprogramm NAU und Proland für den ökol. Landbau

4. Einladung zur Feldbesichtigung Düngeversuch Sommergerste

5. Einladung zur Feldrundfahrt mit Hofbesichtigung, 25.6.03

 

 

1. Praxisversuche im Forst:

„Vergleich verschiedener Bodenbearbeitungsverfahren zur Erstaufforstung"

Die Aufforstung von Ackerflächen ist eine Maßnahme, mit der eine langfristige Verbesserung der Qualität des neugebildeten Grundwassers erzielt wird. Insbesondere werden voraussichtlich die Nitratausträge aus den Flächen gegenüber der landwirtschaftlichen Nutzung vermindert.

Es gibt aber auch Befürchtungen, dass die mit der Bestandesbegründung einhergehende, übliche tiefgehende Lockerung des Bodens langfristig zu zusätzlicher Stoffbelastung des Sickerwassers aus Freisetzung aus den in der ehemaligen Ackerkrume gespeicherten organischen Reserven führen könnte bzw. dass das für Wald typische, sehr niedrige Niveau der Stoffkonzentrationen in der GW-Neubildung nicht erreicht wird. Vor allem höhere Nitrat- und Sulfatbelastungen könnten auftreten, da Durchmischung in der Regel den Umsatz der organischen Substanz anregt.

Zur Untersuchung der tatsächlichen Stofffrachten ist im Herbst 2001 eine Erstaufforstungsfläche nach Brachenutzung hälftig mit Frässtreifen (50 cm breit alle 2 m, Tiefe ca. 40 cm), im Vergleich mit einem flächigem Tiefumbruch (Tiefe 80 cm) angelegt worden. Auf einer zweiten Fläche wechseln sich ungekalkte Frässtreifen mit den üblichen gekalkten (1 kg/lfd. m) Frässtreifen ab.

Die ersten Ergebnisse auf der Hauptfläche (Vollumbruch verglichen mit Frässtreifen jeweils ungekalkt) zeigen im Mittel der 4 bisherigen Messterminen 2002 höhere Nitratkonzentrationen an der Grundwasseroberfläche nach Vollumbruch (Vollumbruch 86 mg Nitrat/l, Frässtreifen 46 mg Nitrat/l). Es ist aber noch nicht absehbar, ob dies durch erhöhte Stickstoff-Freisetzung oder auf verminderte Stickstoff-Aufnahme zurückzuführen ist (vermutlich beides). Auf der Vollumbruchfläche war die gedrillte Pflanzendecke (W-Roggen + Waldstaudenroggen) nicht so aufgelaufen wie geplant, während die Frässtreifenfläche in den Zwischenräumen noch mit der Pflanzendecke der Brache bewachsen war.

Zwischen den gekalkten und ungekalkten Frässtreifen wurden im ersten Jahr noch keine Unterschiede in den Nitratgehalten gefunden.

Um festzustellen, ob die erwartet höhere Nitratauswaschung beim Vollumbruch sich langfristig auf ein ähnliches Niveau senkt wie die Frässtreifenfläche und beide Varianten das übliche Waldniveau erreichen, soll die Untersuchung noch wenigstens 2 Jahre weitergeführt werden. Auch wird parallel auf bestehenden Erstaufforstungsflächen unterschiedlichen Alters (3 bis 20 Jahre) die Sickerwasserqualität untersucht, um hieraus eine unechte Zeitreihe zu bilden. Nach 3 Jahren werden die Aufforstungsvarianten bonitiert um die betriebswirtschaftlich günstigste Aufforstungsmethode zu ermitteln.

     

2. Späte Nmin-Beprobung Mai 2003

Auf einigen Dauerflächen und nach Anfrage von verschiedenen Landwirten wurden zwischen dem 16. und 20.05.03 weitere 47 Nmin- Proben zur Ermittlung des Düngebedarfes für die letzte Stickstoffdüngung durchgeführt. Dafür wurde in Kartoffeln und Mais bis in 60 cm, bei Rüben bis in 90 cm Tiefe beprobt. Trotz Planung waren einige der Flächen schon gedüngt, was den deutlichen Anteil in den Nmin- Klassen über 150 kg N/ ha erklären könnte.

Außer bei 2 Proben war Getreide die Vorfrucht mit folgenden Zwischenfrucht. Der Mittelwert betrug bei den Kartoffeln 161 kg (Anz. 12), beim Mais (Körner- und Silomais) 118 kg N/ ha (Anz. 25) und bei den Zuckerrüben 157 (10 Proben). Bei den Werten für den Mais ist die Unterfußdüngung nicht berücksichtigt, da die Proben zwischen den Reihen gezogen wurden, im Schnitt sind dort also noch 10 – 20 kg N/ ha dazu zu addieren. Auf weniger als der Hälfte der beprobten Flächen ist eine Nachdüngung erforderlich.

 

3. Förderprogramm NAU und Proland für den ökologischen Landbau

Der Ökoring Niedersachsen führt im Rahmen des Prolandprogrammes in Wasserschutzgebieten für landwirtschaftliche Betriebe eine kostenlose Umstellungsberatung durch. Der Berater Herr Carsten Meyer hat in diesem Rahmen auch im Fuhrberger Feld einige Betriebe über den ökologischen Landbau informiert.

Seine Einschätzung der Chancen für ökol. Betriebe: „Voraussetzung für eine Betriebsumstellung ist eine genaue Kenntnis des Marktes und dessen permanenten Veränderungen. Wem es gelingt, sich diesen Anforderungen anzupassen, hat gute Chancen sich hier zu etablieren. Die spezielle Förderung des Ökolandbaus durch das Nds. Agrar- und Umweltprogramm (NAU) Maßnahme C und die spezielle Förderung im Wasservorranggebieten allein reichen für eine mittlelfristige betriebswirtschaftliche Perspektive nicht aus. Die genaue Einschätzung der Vermarktungsmöglichkeiten ist eine ebenso wichtige Voraussetzung. Gute Vermarktungsmöglichkeiten im ökologischen Landbau bestehen zur Zeit für Braugerste, Leguminosen, Kartoffeln und Feldgemüse."

Folgende Förderprogramme gibt es z.Zt. für den ökol. Landbau, wobei die Fortführung der Prolandförderung (gilt für alle Prolandmaßnahmen Wasserschutz) noch offen ist.

NAU-Programm, Maßn. C: Förderung für den ökol. Landbau

Die Förderungshöhen im NAU- Programm (Niedersächsisches Agrar- und Umweltprogramm), Maßnahme C setzt sich wie folgt zusammen: (Gelder werden zusätzlich zu den Flächenprämiengezahlt)

 

1. + 2. Jahr

3. – 5. Jahr

ab dem 6. Jahr

Acker und Grünland

(ohne Flächenstillegung)

285,- EUR/ha

160,- EUR/ha

160,- EUR/ha

Gemüse

750,- EUR/ha

300,- EUR/ha

300,- EUR/ha

Dauerkulturen

1220,- EUR/ha

770,- EUR/ha

770,- EUR/ha

Kontrollkostenzuschuß

35,- EUR/ha max. 530,- EUR/Betrieb

Mindestzuwendungsbetrag

1.022,58 EUR

Stand: März 2003

Prolandmaßnahmen 750 und 760: Förderung des ökologischen Landbaus in Wasserschutz/vorranggebieten (Vertragsabschluß für diese Maßnahme für 2004 z.Z. unklar)

1.& 2. Jahr

3. bis 5 Jahr

GV Besatz

Proland 750 Teilumstellung*

153 Euro

123 Euro

Max. 2GV

Proland 760 Gesamtumstelll.

133 Euro

133 Euro

Max.1GV

*Keine Grünlandförderung

Antragsstellung bis 31.3.

Antragszeitraum vom 1.1. bis 31.12. für die Dauer von 5 Jahren

Herr Meyer steht allen Betrieben zur Verfügung, die Flächen in Wasserschutzgebieten bewirtschaften und Interesse an Informationen zum Ökologischen Landbau haben und ist unter folgender Adresse zu erreichen. Ökoring Niedersachsen, Bahnhofstr.15, 27374 Visselhövede. Tel. 04262/959426.

 

4. Einladung zu einer Versuchsfeldbesichtigung

Im dritten Jahr hat Herr Könecke, Isernhagen FB, einen umfangreichen, interessanten Düngungsversuch zu Sommergerste angelegt. Er hat die Dünger Entec 26, Sulfammo 20, SSA, Harnstoff, Volldünger (11/8/20) in den N-Stufen 30 und 60 kg N/ha Unterfuß mit seiner Dutzi conserver-pak bei der Aussaat ausgebracht Für die dritte Düngestufe wurde mit der Feldspritze 30 kg N/ha in Form von AHL nachgelegt.

Wir möchten Ihnen Gelegenheit geben, diesen praxisnahen Versuch unter Führung von Herrn Könecke anzuschauen:

Termin: Freitag, der 13.06.03, Beginn 13.30 Uhr

Treffpunkt: Zwischen Großburgwedel und Isernhagen HB

(Von Großburgwedel aus hinter Rossmann zweiter Feldweg rechts rein.)

 

     

5. Einladung zur Feldrundfahrt mit Hofbesichtigung, 25.6.03

(Gemeinsame Veranstaltung mit der Landberatung Hannover –Burgdorf)

Der Betrieb Schröder, Fuhrberg stellt sich vor. Nach einer kurzen Besichtigung und Vorstellung des Betriebes geht es mit Schlepper und Hänger durch die Feldmark, um die Kulturen des Betriebes vor Ort anzuschauen. Auf dem Betrieb werden 34 ha Stärkekartoffeln, 31 ha Zuckerrüben, 10 ha Winterweizen, 17 ha Winterroggen, 24 ha Winterraps angebaut und auf 25 ha Grassamen vermehrt. Auf 7 ha wird Spargel gestochen. Herr Schröder macht pro Jahr ca. 2700 Schweine fett. Der Betrieb ist eingebunden in die Maschinengemeinschaft Fuhrberg.

Weitere Stationen der Feldrundfahrt:

Besichtigung einer Fläche des Betriebes H. Warnecke, die mit dem Stickstoffsensor gedüngt wurde. Besichtigung einer Forstfläche, auf der im Rahmen der Grundwasserschutzarbeit eine Unterpflanzung mit Buche und anderen Hölzern unter Kiefer durchgeführt wurde.

Abschließend soll bei Kaffee und Kuchen die Rundfahrt auf dem Betrieb Schröder ausklingen.

Termin: Mittwoch 25.06.03; Beginn 13.30 Uhr

Treffpunkt: Betrieb Schröder, Lange Str. 15, Fuhrberg

Melden Sie sich bitte für den Termin im Büro der Grundwasserschutzkoordination an.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

für die Kooperation im Fuhrberger Feld

GWS- Koordination der Stadtwerke Hannover AG

Autoreninfo sche, 04.06.2003
verantwortlich für den Inhalt: M. Schepers, Stadtwerke Hannover AG

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  Stand: 06.09.2010 © 2001 Waterclick. Für namentlich gekennzeichnete Beiträge ist der Autor selbst verantwortlich.   Impressum und Rechtliche Hinweise Zum Seitenanfang